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Kind und Hund, Idylle oder Chaos

Idylle oder Chaos – das ist hier die Frage

Kind und Hund tollen unbefangen und fröhlich über eine bunte Sommerwiese. Ein Bild voller Harmonie und Lebensfreude! So stellen wir uns den Freizeitspaß von Kindern und Hunden vor. Der Alltag sieht leider oft anders aus, viele Hunde dürfen nicht in ihrer Familie bleiben, wenn ein Baby kommt. Andere werden – zwar vielleicht schweren Herzens aber doch – zu einem späteren Zeitpunkt abgegeben, meist nach einem oder mehreren unangenehmen Zwischenfällen.

 

Eine zunehmende komplizierte Welt mit vielen Regeln und Vorschriften, wohlmeinende Mitmenschen mit ihren Ratschlägen und die eigenen Bedürfnisse und Erwartungen – alles das im Alltag mit Kind und Hund unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. So sind beispielsweise auf Spielplätzen Hunde nicht gestattet, auf Hundewiesen dagegen sind Kinder nicht gerne gesehen – manchmal grenzt es an eine logistische Großtat, sowohl die Bedürfnisse des Kindes als auch die des Hundes zu berücksichtigen.

 

 

Der Hund wurde eigens für Kinder erschaffen. Er ist der Gott der Ausgelassenheit Henry Ward Beecher

Wem es gelingt, der wird für seine Mühen reichlich belohnt und ermöglicht seinem Kind wichtige Erfahrungen. Viele Studien belegen inzwischen den wohltuenden Einfluss von Haustieren (insbesondere Hunden) auf Kinder. Kinder, die mit Hunden heranwachsen bewegen sich mehr an der frischen Luft als ihre Altersgenossen ohne Hund. Sie lernen früh, Mitgeschöpfe und deren Bedürfnisse zu respektieren, Verantwortung zu übernehmen und rücksichtsvoll zu sein. Angeblich sind Kinder, die zu Hause einen Hund haben, sogar beliebter bei ihren MitschülerInnen und verfügen über ein besonders gutes Kommunikationsverhalten.

 

Nichts und niemand trocknet Kinder Tränen so schnell, niemandem kann man Geheimnisse so gut anvertrauen und niemand sonst schenkt auch nur annähernd so wertfreie und bedingungslose Zuneigung.

 

Damit der Alltag mit Kind und Hund sicher und harmonisch verläuft und solch innige Momente ermöglicht, gibt es einiges, was Sie tun können:

Lassen Sie sich vor allen Dingen von niemandem einreden, Ihr Hund wüsste, dass er im Rang unter Ihrem Kind steht. Ihr Hund ist a) nicht blöd und b) sind diese Rudelordnungskonzepte allesamt äußerst fragwürdig. Anstatt sich darauf zu verlassen, sollten Sie lieber tatkräftig dafür sorgen, dass Ihr Alltag rund läuft.

 

 

Management erspart Kummer und Sorgen

Hunde sind vielleicht deshalb so gute Tröster, wenn man traurig ist, weil sie nie nach dem Grund fragen (unbekannt)

Der wichtigste Grundsatz lautet: Kind und Hund nicht miteinander alleine lassen -auch nicht für einen kurzen Moment, egal wie lieb und kinderfreundlich der Hund auch sein mag.

Bewusste Planung bedeutet, sich rechtzeitig über die Gestaltung einer Situation Gedanken zu machen. Ein Kindergeburtstag steht an, wo ist der Hund in dieser Zeit? Gibt es Programmpunkte des Festes, bei denen der Hund auf gar keinen Fall anwesend sein sollte (Puddingschlacht, Luftballonjagen,…)? Hat eines der Kinder womöglich Angst vor Hunden?

Sie möchten die Kinder vom Kindergarten abholen: Kennt der Hund die Signale, die bei dieser Gelegenheit notwendig sind?

Beim Abendessen rutscht der Teller Ihres Juniors mitsamt Inhalt vom Tisch, landet klirrend auf dem Fußboden, der Junior schreit, der Hund versucht inmitten der Scherben Fressbares vom Boden zu kratzen – jetzt wäre es hilfreich den Hund mit einem simplen Signal aus dem Raum oder zumindest aus der Gefahrenzone schicken zu können.

 

 

Sicherheitszonen und Tabubereiche

Eine der wichtigsten Managementmaßnahmen in einem Haushalt mit Kind und Hund, ist das Kindergitter. Mithilfe eines solchen Kindergitters oder einer ähnlichen Ausrüstung lassen sich Sicherheitszonen ganz einfach bewerkstelligen. Denn niemand kann immer zu 100 % aufmerksam sein. Mit einer solchen Absperrung, die den Bereich in dem die Kinder gerade mit den Bausteinen spielen vom Bereich des Hundes trennt, besteht keine Gefahr, dass der Hund die Bausteine klaut oder den eben errichteten Turm durch heftiges Schwanzwedeln zu Fall bringt.

 

Umgekehrt ist auch die Wahrscheinlichkeit gering, dass das Lauflernkind in den Bereich des Hundes gerät, der gerade mit seinem Kong, seinem Lieblingsspielzeug oder einem Ochsenziemer beschäftigt ist. Denn das sind Momente, in denen Ihr Hund auf keinen Fall von einem Kind gestört oder gar bedrängt werden sollte. Auch im Garten empfiehlt es sich durchaus, die Möglichkeit für getrennte Bereiche vorzusehen.

 

Raubtierfütterung besser getrennt!

Speziell während der „Raubtierfütterungen“ sind getrennte Bereiche eine Hilfe. Hunde bekommen sehr schnell mit, dass es sich lohnt zur Essenszeit um den Kinderstuhl herum zu turnen. Irgendetwas fällt immer hinunter und gewitzte Hunde verstehen sich durchaus darauf das zu beschleunigen. Wenn Sie also weder möchten, dass ihr Junior den Hund mit Butterkeksen füttert, noch, dass er das Hundefutter probiert, dann empfiehlt sich auch hier die Verwendung eines Kindergitters.

 

 

Boxentraining

Überhaupt müssen Kinder lernen, dass der Hund und seine Umgebung absolut tabu sind während er frisst. Auch wenn er ruht, hat Ihr Hund Anspruch darauf in Ruhe gelassen zu werden. Bringen Sie Ihrem Kind unbedingt bei, dass der Liegeplatz Ihres Hundes ausnahmslos tabu ist. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Körbchen, ein Liegekissen oder um die Box handelt. Wobei die Box in diesem Zusammenhang meine bevorzugte Wahl wäre. Kindern fällt es wesentlich leichter eine Box als Tabuzone anzuerkennen. Liegt der Hund im Körbchen oder auf seiner Decke ist es sehr viel verführerischer im Vorbeigehen hin zu tätscheln.

 

Idylle oder Chaos

Ein paar Signale, die jeder Hund erlernen kann, haben sich sehr gut bewährt, um den Alltag ein wenig zu entstressen:

 

  • Liegen und warten!
  • „Geh auf deine Decke!“
  • Rein und raus!
  • Tauschen und Hergeben
  • Leinenführigkeit (auch mit Kinderwagen und Kleinkind)

 

Hunderunde – Gespräche und Gedanken über Hunde und Menschen
Bina Lunzer vom Netzwerk „Familie mit Hund“, Dagmar Cutka, Autorin des Buches „So klappt’s mit Kind und Hund“ und Helga Pöschl, Psychologin im Gespräch mit Karin Immler

 

 

Wenn Sie ein Baby erwarten oder Ihren Familienalltag sicherer und entspannter gestalten wollen, dann gibt es allerhand zu tun. Voraussetzung ist, dass Sie Ihren Hund gut kennen und seine Möglichkeiten entsprechend einschätzen können. Dann kommen noch entsprechendes Training dazu, gründliches Üben und natürlich Planung und gutes Management.

 

Das alles müssen Sie nicht alleine bewerkstelligen: Der Onlinekurs „Kind und Hund – Freunde fürs Leben“ umfasst die Bereiche Familienalltag, Beziehungspflege und Training für den Familienhund. Damit dem harmonischen Familiealltag nichts mehr im Wege steht.

 

Viel Freude mit Ihrem Vierbeiner wünscht Ihnen

Ihre

Karin Immler

 

 

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