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Auf zu neuen Abendteuern

Warum sie als Hundemensch Managementqualitäten brauchen

Warum sie als Hundemensch Managementqualitäten brauchen

 „Als Management bezeichnen wir Maßnahmen, die unerwünschtes Verhalten verhindern, ohne dass man trainierend eingreift“       Sunny Benett

Das Zitat von Sunny Benett erklärt treffend, warum Management im Umgang mit Ihrem Hund so wichtig ist. Selbst der perfekt trainierte Hund war irgendwann noch nicht perfekt und musste alles erst einmal lernen. Und danach üben, kultivieren, generalisieren und als Gewohnheit bzw. zuverlässiges Verhalten etablieren.

Auf dem Weg dorthin vermeiden Sie als guter Trainer/als gute Trainerin Ihres Hundes, dass Fehler passieren. Und das tun Sie durch bewusste Planung, gute Beobachtung und Management. Planung beginnt bei der Gestaltung der Trainingssituation. Wann, wo und wie wird trainiert? Welche Ablenkung lassen Sie zu – oder noch besser – bauen Sie ein? Jedes neue Verhalten, dass der Hund erlernen soll, bauen Sie zunächst in einem geschützten Rahmen auf – im Lernstübchen – ohne Ablenkung und mit einem gut durchdachten Trainingsablauf.

Idealerweise ist anfangs nur die erwünschte = richtige Ausführung möglich und keinesfalls die unerwünschte. Schritt für Schritt steigern Sie dann die Herausforderungen. Auch in diesem Abschnitt des Trainings ist die Qualität Ihres Managements entscheidend für den Trainingserfolg. Durch kluges Management wird der Schwierigkeitsgrad gerade so weit erhöht, dass der Hund einen Schritt vorankommen kann – ohne jedoch einen Misserfolg zu landen. Voraussetzung ist neben der bewussten Gestaltung von Trainingssituationen auch die gute Einschätzung des zuverlässig Machbaren.

 

Nah, näher am nächsten

Denken Sie beispielsweise an einen Hund, der sich vor Nordic Walkern fürchtet. Dann bedeutet Management im Training, sich ein paar Dinge gut zu überlegen u.a: Wann und in welcher Form kommen die Stöcke bzw. Menschen mit den Stöcken ins Spiel? In welcher Entfernung spielt sich die Bewegung ab, wie intensiv wird sie ausgeführt etc. Denn kommen die klappernden Stöcke zum unrechten Zeitpunkt oder zu nahe an den Hund, wird das den Trainingserfolg möglicherweise infrage stellen.

Doch Management hat nicht nur etwas mit Training zu tun, sondern vor allem auch mit der Bewältigung von Problemen im Alltag. Manche davon kann man nicht trainieren. Dann lohnt sich zunächst die Überlegung, wie man sich am nächsten an diese Aufgabe “heran trainieren“ kann.

Es gibt allerdings auch solche Herausforderungen, die in der eigenen Lebenssituation so selten vorkommen, dass sich ein intensives Training vielleicht gar nicht auszahlt.

Managementqualitäten sind in beiden Fällen gefragt. Haben Sie eine klare Vorstellung davon, was Ihr Hund gut bewältigen kann und vor allem auch wie lang, können Sie entsprechend planend, gestaltend und lenkend eingreifen.

 

 

Management im Alltag

„Wenn man die Verantwortung, die man hat, nicht wahrnehmen kann, dann muss man sie abgeben“ Gerhard Schröder

Angenommen, in Ihrer Lebenssituation sind kleine Kinder die absolute Ausnahme. Vielleicht ist es dann nicht sinnvoll, aufwendige Trainingsszenarien mit „geliehenen“ Statistenkindern zu kreieren. Kommt dann doch eines Tages Besuch mit einem Kleinkind, dann werden Sie stattdessen auf Management setzen. Das kann bedeuten, dass der Hund seine Box aufsucht, mit einem feinen Kong im anderen Zimmer bleibt, ein Kindergitter das Zusammentreffen unterbindet oder der Hund vielleicht sogar beim Hundesitter untergebracht wird.

Auch Rituale, wenn sie bereits gut etabliert sind, können Teil Ihres Managements sein, denn sie geben Sicherheit und Struktur. Und das gilt für Hunde ebenso wie für uns Menschen.

Kluges Management löst keinesfalls alle Ihre Probleme und es ersetzt weder Training noch Erziehung, aber es entschärft Situationen und verhindert, dass „etwas“ passiert.

 

 

Management ist fair

Gutes Management ist ein Stück weit auch Fairness, denn es verhindert, dass Sie Ihren Hund in Situationen bringen, denen er (noch) nicht gewachsen ist. Wie oft bekomme ich zu hören “ich weiß ja, dass er das nicht aushalten kann“ oder „ich habe mir gleich gedacht, dass das nicht geht“. Unter diesen Umständen ist es weder fair noch klug, den Hund mit einer Herausforderung zu konfrontieren, die er – vorhersehbar – nicht bewältigen kann. Abgesehen davon, dass so etwas wirklich böse enden kann, sind Ärger, Enttäuschung und Stress vorprogrammiert. Und möglicherweise müssen Sie im Training ein paar Schritte zurück oder womöglich ganz und gar von vorne beginnen.

 

Lesen Sie hier „Fairness“.

 

Schicken Sie Ihren Schützling nicht in aussichtslose Wettkämpfe

Stellen Sie sich vor, Sie wären TrainerIn eines Sportlers. Würden Sie Ihren Schützling in einen aussichtslosen Wettkampf schicken? Würden Sie – falls dieser nicht vermeidbar ist – nicht alles dran setzen, ihn so gut wie möglich auf das vorzubereiten, was da auf ihn zukommen kann? Keinesfalls würden Sie unter dem Motto „schauen wir mal was passiert“ einem ungleichen Wettstreit zustimmen.

„Ein Manager steigt um so schneller auf, je stärker er seine Mitarbeiter fördert“ Robert Green Ingersoll

Das setzt klarerweise voraus, dass Sie das Können, die Möglichkeiten und vor allem die Belastungsgrenzen Ihres Hundes sehr gut einschätzen können. Und zwar unter unterschiedlichsten Bedingungen. Denn, was zu Hause oder auf dem vertrauten Spazierweg gut klappt, muss anderswo noch lange nicht zuverlässig abrufbar sein. Und was nach einem entspannten Wochenende mit ausgiebigen Spaziergängen kein Problem ist, kann nach einem Wochenende bei den Schwiegereltern oder nach einem Turnier, einer Prüfung ganz und gar zu viel sein.

 

Organisationstalent gehört dazu

Natürlich braucht es manchmal Mut, Selbstbewusstsein und ein gewisses Organisationstalent, Situationen im Sinne Ihres Hundes zu gestalten. Vielleicht müssen Sie  Menschen bitten, sich an gewisse Spielregeln zu halten, die den eigenen Hund betreffen. Vielleicht müssen Sie vorab telefonisch manches klären, eine Box mit sich führen, den Parkplatz oder Sitzplatz nach bestimmten Kriterien auswählen oder auch bereit sein, eine Situation frühzeitig zu verlassen. Alles, was Ihren Hund intensiv fordert, bedarf jedenfalls Ihrer vollen Aufmerksamkeit.

Bestimmt ist Ihnen wichtig, dass Ihr Hund gerade in herausfordernden Situationen auf Sie achtet und bereit ist, sich Ihren Anweisungen gemäß zu verhalten. Um dies langfristig zu erreichen, muss Ihr Hund immer wieder die Erfahrung machen, dass es in seinem Sinne ist, sich nach Ihnen zu richten. D.h. er hat macht wieder und wieder die Erfahrung, dass seine Unsicherheit, Überforderung oder gar Angst von Ihnen wahrgenommen wird und er von Ihrer Seite Unterstützung bekommt.

Am Ende meiner Überlegungen darf ich noch einmal meine Kollegin Sunny Benett zitieren:

„Management sollte das Training ergänzen, und kann es nicht ersetzen. Es sorgt dafür, dass euer Hund das unerwünschte Verhalten nicht weiter festigen kann und überbrückt die Zeit, bis bestimmte Übungen soweit auftrainiert sind, dass ihr sie im Alltag einsetzen könnt. Wie schnell das passiert, ist davon abhängig, wie gut ihr managet und wie erfolgreich ihr übt.“

 

Ich wünsche Ihnen viel fröhliches Wedeln in Ihrem Leben und freue mich über Kommentare und Anregungen.

Ihre

Karin Immler

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